Online-Materialien für den Ethikunterricht


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Online-Materialien für den Ethikunterricht

Eine Übersicht über kostenlos verfügbare Lehr-Lernmaterialien für das Fach Ethik

OER Logo blau CC-BY-3.0 Jonathas Mello

Wo finde ich im Internet schnell und zuverlässig Materialien für den Ethikunterricht und wie beurteile ich deren Qualität? Der Beitrag führt in relevante Begrifflichkeiten ein und liefert eine Orientierungshilfe zum Auffinden und Beurteilen von einschlägigen Websites und Suchportalen.
Von Laura Mercolli

Lehrpersonen sind in zunehmendem Masse mit einer Fülle von online frei verfügbaren Unterrichtsmaterialien konfrontiert, die von verschiedenster Seite herausgegeben, bereitgestellt oder verlinkt werden, z. B. von Bildungsbehörden, Rundfunk, Hochschulen, Vereinen, kommerziell orientierten Firmen oder von Privaten. Mittlerweile ist nicht nur für Deutsch, Mathematik und die MINT-Fächer, sondern auch für das Fach Ethik eine schier unüberblickbare Menge an Materialien greifbar. Inhaltlich reichen die zur Verfügung gestellten Materialien von qualitativ fragwürdigen Wissensabfrage-Kärtchen und Lückentext-Arbeitsblättern[1] bis hin zu elaborierten, mehrteiligen Unterrichtseinheiten, die auch fachlichen und fachdidaktischen Qualitätsanforderungen genügen[2]. Um das Auffinden und Beurteilen von Angeboten zu erleichtern, soll mit dem vorliegenden Beitrag eine Übersicht über digitale[3], kostenlos zugängliche Materialien für den Ethikunterricht gegeben werden.

Der Fokus des Beitrags liegt auf frei im Netz verfügbarem Unterrichtsmaterial für den Ethikunterricht im Rahmen der Fächer NMG (Zyklus 1 und 2), ERG (Zyklus 3) und Philosophie (Sek II). Der Beitrag gliedert sich in drei Teile: Im ersten Abschnitt werden begriffliche Klärungen rund um digitale Materialien vorgenommen, wobei der Schwerpunkt auf Open Educational Resources, kurz OER, liegt. Im zweiten Abschnitt werden mögliche Kriterien zur qualitativen Beurteilung von digital verfügbaren Materialien vorgestellt und im dritten Abschnitt folgt eine Zusammenstellung von Portalen, die Materialien für den Ethikunterricht anbieten. Nicht zur Sprache kommen bildungsstrategische und lehrmittelpolitische Überlegungen zum Einsatz von kostenlos verfügbaren Materialien, insbesondere von OER.[4]

1. Begriffliche Klärungen

Digitale Materialien und OER

Kostenlos verfügbare, digitale Unterrichtsmaterialien lassen sich nach ihrem lizenzrechtlichen Status unterscheiden: Auf der einen Seite gibt es copyright-geschütztes Material, das typischerweise von Rundfunkanstalten, seltener von Verlagen, zur Verfügung gestellt wird und das nur unter Einschränkungen im Unterricht verwendet und insbesondere nicht verändert werden darf. In der wachsenden Online-Community werden auf der anderen Seite zunehmend so genannte OER entwickelt, die unter einer freien Lizenz publiziert werden, so dass die Userinnen und User sie praktisch ohne Einschränkungen verwenden und verändern können.

Im Folgenden wird auf den OER-Begriff und die mit ihm verbundenen Creative-Commons-Lizenzen eingegangen. Die Zusammenstellung von digitalen Materialien in Abschnitt 3 enthält sowohl Copyright-geschützte Materialien als auch OER.

Open Educational Resources, kurz OER, sind freie Materialien, die für den Einsatz im Bildungsbereich konzipiert worden sind. Das können z. B. E-Learning-Kurse, multimediale Materialsammlungen, Erklär-Videos oder Lernarrangements bestehend aus Bild-, Text-, Audio- oder Videoinput, Arbeitsblättern und didaktischem Kommentar sein. Der Begriff wurde von der Unesco 2002 anlässlich des Unesco-Forums zu OpenCourseWare eingeführt und folgendermassen definiert: «Lehr-, Lern- und Forschungsressourcen in Form jeden Mediums, digital oder anderweitig, die gemeinfrei sind oder unter einer offenen Lizenz veröffentlicht wurden, welche den kostenlosen Zugang, sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen erlaubt» (Unesco 2012). Eine OER ist also entweder nicht oder nicht mehr urheberrechtlich geschützt (gemeinfrei) oder sie ist zwar urheberrechtlich geschützt, aber unter einer freien Lizenz veröffentlicht.

Die für OER gängigsten freien oder offenen Lizenzen sind die Creative-Commons-Lizenzen, kurz CC-Lizenzen. Sie regeln, unter welchen Bedingungen eine Ressource bearbeitet, weiterverbreitet und genutzt werden darf. Mit der permissivsten CC-Lizenz CC0 wird auf sämtliche Rechte verzichtet während mit der restriktivsten CC-Lizenz, der CC BY-NC-ND-Lizenz, gefordert wird, dass die Urheberin, der Urheber genannt wird (BY), dass die Ressource ausschliesslich für nicht-kommerzielle Zwecke genutzt wird (NC für non-commercial) und dass die Ressource zwar weiterverbreitet, aber nicht bearbeitet werden darf (ND für no derivative works). OER sind häufig unter der CC-Lizenz CC BY-SA lizenziert, das bedeutet, dass die Ressource beliebig bearbeitet, ergänzt und weiterverbreitet werden kann, solange die Urheberin, der Urheber genannt wird und solange die Weitergabe unter gleichen Lizenzbedingungen (SA für share alike) erfolgt.[5]

Es ist fraglich, ob Materialien, die unter einer CC BY-ND-Lizenz stehen, überhaupt noch offene oder freie Bildungsressourcen sind. Denn gemäss David Wiley sind fünf Aspekte von Offenheit charakteristisch für OER, d. i. die Offenheit oder Freiheit, die Materialien zu verwahren/vervielfältigen, verwenden, verarbeiten, vermischen und zu verbreiten (Wiley o. J.).[6] Eine CC BY-ND-Lizenz, die die Bearbeitung der Ressource untersagt, lässt die beiden Freiheiten «verarbeiten» und «vermischen» nicht zu. Laut der obigen Unesco-Definition von 2002 wäre die Ressource trotz der Einschränkung eine OER, aber gemäss der leicht angepassten Unesco-Definition von 2019 nicht.[7] Unabhängig davon, wie man diese begriffliche Frage beantwortet, ist klar, dass die Einschränkung «ND» der Philosophie von OER entgegenläuft.

Die OER-Philosophie

Mit OER ist ein ideeller Aspekt verbunden, der über den blossen lizenzrechtlichen Status von OER hinausgeht: Durch OER soll weltweit qualitativ hochstehende Bildung ermöglicht und gefördert werden. Das Bildungsideal der OER-Bewegung besteht in einer offenen, vernetzten, maximal inklusiven, vielfältigen, chancen- und geschlechtergerechten Wissensgesellschaft, in welcher sowohl die Lehrenden wie auch die Lernenden OER erstellen und teilen.[8] Zwei Faktoren werden dabei als Treiber angesehen: Zum Ersten sind OER dazu prädestiniert, bearbeitet, neu zusammengesetzt und verbreitet zu werden.[9] Dadurch, so die Idee, würden die Materialien qualitativ besser, zugänglicher und individualisierter. Zum Zweiten wird OER in engem Zusammenhang zur digitalen Transformation gedacht. Die Digitalisierung sorgt nicht nur für eine grössere Diffusion und eine verstärkte Multimedialität und Vernetzung der OER, sie ermöglicht durch die Förderung von Kompetenzen im Bereich Medien und Informatik bei Lehrenden und Lehrenden auch ein kompetenteres Bearbeiten und Erstellen von OER.

Eine reichhaltige Übersicht über die OER-Philosophie und über Aktivitäten im OER-Bereich liefert das Portal OER-Info open-educational-resources.de. Das Schweizer Pendant ist zwar weniger umfangreich, liefert aber einen guten Überblick über OER-Initiativen in der Schweiz: oer-schweiz.ch.

OER vs. Open Data

Während OER für den Einsatz im Bildungsbereich gedacht sind, sind Open Data für keinen besonderen Einsatzzweck bestimmt. Wikimedia mit Wikipedia und anderen Wiki-Projekten zählt hier zu den bekanntesten Open-Data-Anbietern. Open Data können z. B. Bilder, Videos, Audios, Texte oder häufig auch statistische Daten sein. Digitale Unterrichtsmaterialien können aus Open Data zusammengesetzt sein oder den Auftrag enthalten, dass Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Open Data Lernergebnisse erzeugen. Folgende Sammlungen von Open Data sind auch für den Ethikunterricht empfehlenswert:

  • Europeana, die multimediale Datenbank der EU im Verbund mit Museen, Bibliotheken und Archiven: www.europeana.eu (enthält auch OER und Werkzeuge für Lehrpersonen),
  • Bilder-Plattform der ETH-Zürich: e-pics.ethz.ch (Allerdings sind hier nicht alle Bilder lizenzfrei oder unter einer freien Lizenz veröffentlicht.),
  • Portal für freie Daten der Schweizer Behörden: opendata.swiss.

OER vs. MOOC

Massive Open Online Courses, kurz MOOCs, sind eine bildungsstrategisch wichtige Untergruppe der OER und typischerweise für die Hochschulbildung oder die Erwachsenenweiterbildung konzipiert. In einem multimedialen, mehr oder weniger interaktiven Lehrgang können registrierte Teilnehmende i. d. R. kostenlos Wissen und Fähigkeiten erweitern. Oft wird nach einem erfolgreich durchlaufenen MOOCs ein Zertifikat ausgestellt oder sogar ein akademischer Grad verliehen – das allerdings kostenpflichtig.

Gängige Anbieter von MOOCs sind z. B. Coursera, edX, Iversity, Udacity Opencourseworld (Deutschland) oder iMoox (Österreich). Über das Suchportal www.edukatico.org können MOOCs von verschiedenen Anbietern gefunden werden. Auf der Schweizer OER-Plattform oer-schweiz.ch/hochschulen/ sind die MOOC-Angebote von Schweizer Hochschulen aufgelistet.

Digitales Lernen

Digital verfügbare Materialien und digitales Lernen, verstanden als ein Lernen, das durch digitale Medien oder Werkzeuge unterstützt wird, können, aber müssen nicht Hand in Hand gehen. Ob mit einem digital verfügbaren Unterrichtsmaterial digital, analog oder integriert gelernt wird, ist begrifflich nicht festgelegt. Digital verfügbares Unterrichtsmaterial kann analogem Lernen dienen, z. B. in Form eines Arbeitsblattes, das ausgedruckt und im Unterricht mit einem Bleistift bearbeitet wird. Im Kontext der OER-Philosophie werden OER jedoch mit digitalem Lernen verknüpft. Zur Verwirklichung der OER-Bildungsziele ist, so die Forderung, der Umstieg auf digitales Lernen durch den Ausbau der Infrastruktur und die Befähigung der Lehrenden und Lernenden unerlässlich.

Digitale Materialien vs. digitale Tools

Digitale Tools sind Werkzeuge, die für das digitale Lehren und Lernen eingesetzt werden können. Beispiele sind: Padlet, Etherpad, H5P, Biparcours oder Edutags. Digital verfügbare Materialien können zwar digitale Tools inkorporieren oder zur Arbeit mit digitalen Tools anleiten, aber das digitale Tool ist, weil inhaltsleer, selber kein Unterrichtsmaterial. Auch wenn die meisten Dienste wie u. a. für die Tools LearningApps, Quizlet oder Learningsnacks durchsuchbare Inhalte anbieten, die von Userinnen und Usern erstellt und geteilt worden sind, ist ihre Qualität oft dürftig, und die Wissensbestandteile werden dekontextualisiert präsentiert, so dass sie nur schwerlich in den eigenen Unterricht integriert werden können.

2. Qualitative Beurteilung von Online-Materialien

Für digital verfügbare Materialien gibt es nicht immer einen Verlag, eine Rundfunkanstalt oder eine Bildungsbehörde, die für die Qualität der Materialien bürgt. Es gibt Unterrichtsmaterialien, die z. B. von einem Portal als «redaktionell geprüft» ausgewiesen werden, doch dieses Etikett garantiert nicht, dass tatsächlich Fachexpertinnen oder -experten das Material gesichtet und beurteilt haben. Im Kontext von OER wächst das Qualitätsbewusstsein, was vermehrt zu Diskussionen um die Beurteilung, Sicherung und Entwicklung der didaktischen Qualität von OER führt.[10] Zurzeit gibt es kein Gütesiegel o. ä., das für eine Mindestqualität von digitalen Materialien garantieren würde, und es ist umstritten, ob ein solches Gütesiegel überhaupt erstrebenswert ist. Der Sammelband von Matthes, Heiland und von Proff (2019) vereint zwar erste OER-spezifische, systematische Qualitätsbeurteilungen aus wissenschaftlicher Perspektive, indem das Augsburger Analyse- und Evaluationsraster (AAER) auf OER verschiedener Fachrichtungen angewendet wird. Eine breite OER-begleitende Forschung ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch ein Desiderat.

Lehrpersonen müssen demnach auf die eigene Beurteilungsexpertise vertrauen. Die folgenden Kriterien können dabei helfen, die Qualität von digital verfügbarem Material für den Ethik-Unterricht einzuschätzen.

Anbieter

  • Trägerschaft: Ist klar ersichtlich, wer die Verantwortung für die Plattform und für das Material trägt und welches ggf. die wirtschaftlichen oder weltanschaulichen Hintergründe sind? Wie finanziert sich die Dienstleistung?
  • Aktualität: Wird die Website noch gepflegt? Wann wurde die Website letztmals aktualisiert? Von wann stammt der Beitrag?
  • Expertise: Ist das Portal spezialisiert auf Ethik/Philosophie oder bietet es für alle Fächer etwas an? Haben Expertinnen und Experten die Materialien erarbeitet? Wurden die Materialien vor dem Upload vom Anbieter geprüft?

Formales

  • Verfügbarkeit: Ist das Material ohne Registrier- oder Bezahlschranke und über einen längeren Zeitraum hinweg verfügbar?
  • Veränderbarkeit: Liegt das Material in einer Form vor, in der es leicht übernommen und verändert werden kann? Sind z. B. die Bilddateien gross genug, um alternative Anwendungen im Unterricht zu ermöglichen?

Inhaltliches

Minimalanforderungen

  • Korrektheit: Entsprechen die Inhalte dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand?
  • Transparenz: Werden allfällige ideologische, politische oder weltanschauliche Hintergründe transparent gemacht und kontextualisiert?
  • Kompetenzorientierung: Werden Kompetenzen formuliert?
  • Zielgruppe: Wird die Schulstufe ausgewiesen?
  • Didaktisierung: Enthält das Material methodisch-didaktische Hinweise?

Weitere Anforderungen

  • Didaktisches Konzept: Gibt es ein explizit formuliertes didaktisches Konzept?
  • Lehrplankonformität: Ist ein Bezug zu NMG-, ERG- oder Ethik-Kompetenzen eines Lehrplans vorhanden?
  • Didaktische Qualität: Lösen die Aufgaben Betroffenheit und Interesse aus? Wird das eigenständige Denken gefördert? Sind verschiedene Lernwege oder Lernergebnisse möglich? Finden dialogische Auseinandersetzungen statt?
  • Lehrmittelkompatibilität: Ist das Material kompatibel mit oder abgestimmt auf bestehende Lehrmittel?
  • Beurteilung: Enthalten die Materialien Hinweise für einen Beurteilungsanlass (formativ oder summativ)?
  • Diversity: Widerspiegelt die Auswahl und Präsentation der Inhalte die Diversität bezüglich Geschlecht, sexueller Orientierung, Nationalität, Ethnie, Religion, Weltanschauung, Behinderung und Alter?
  • Für Ressourcen, die für selbstgesteuertes Lernen konzipiert sind: Ist die Ressource interaktiv gestaltet und ermöglicht z. B. Feedback an die Lernenden? Ermöglicht die Ressource kooperatives Lernen? Kann der Lernprozess übersichtlich dargestellt werden?

Diese Kriterienliste ist nicht abschliessend und beinahe beliebig erweiterbar. Für alternative Zusammenstellungen von Qualitätskriterien speziell für OER vgl. Frost und Hirsch (2018) sowie PHBern (2019).

3. Zusammenstellung von Materialien für den Ethikunterricht

Die folgende Tabelle liefert eine Zusammenstellung von deutschsprachigen Materialien für den Ethikunterricht auf der Volks- und Mittelschulstufe. Ausgeklammert sind MOOCs zu Philosophie und Ethik, die für den tertiären Bildungsbereich konzipiert sind. Die Auswahl erfolgte in Anlehnung an die obigen Qualitätsanforderungen: Sie sind kostenlos verfügbar (in Ausnahmefällen mit Registrierung), allerdings nicht in jedem Fall veränderbar, was insbesondere für Rundfunksendungen gilt. Es wurden nur Plattformen aufgenommen, deren Materialien die oben genannten inhaltlichen Mindestanforderungen tendenziell erfüllen. Entsprechend wurden z. B. Rundfunksendungen mit Bildungsanspruch nur dann aufgelistet, wenn didaktische Begleitmaterialien vorliegen. Plattformen, die ausschliesslich Materialien von anderen Anbietern auflisten, sind im darauffolgenden Abschnitt erwähnt. Die Zusammenstellung ist nach der jeweiligen Trägerschaft angeordnet und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ergänzende Hinweise nimmt die Autorin gerne entgegen.

Name/Link Verantwortlich Angebot zu ethischen Themen
Bildungsbehörde
bpb Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Lernarrangements zu einer Vielzahl von ethischen Themen wie z. B. soziale Gerechtigkeit, Inklusion, Konsum, Migration, Philosophieren (etwas umständliche Suche).
eduskills.plus Europäische Kommission mit Partnerinnen und Partnern Lernarrangements zu den Themen Gemeinsames Nachdenken, Menschen in Bewegung, Vernetzte Welt und Zusammenleben.
GmbH
4teachers.de 4teachers GmbH Austauschplattform mit Arbeitsblättern und anderen Materialien von Lehrpersonen. Für alle Zyklen und Sek II. Registrierung notwendig.
lehrermarktplatz.de Lehrerkolleg LK GmbH Austauschplattform mit Arbeitsblättern und anderen Materialien von Lehrpersonen. Für alle Zyklen und Sek II. Registrierung notwendig. Nicht alle Lernmaterialien sind kostenlos verfügbar.
Hochschule
digitallearninglab.de TU Hamburg Lernarrangements fürs digitale Lernen zu folgenden Themen: Analyse populistischer Rede, Fake News, Influencer, Markt und Umwelt und Plastikkonsum.
EDUdigitaLE Universität Leipzig Sechs Lernarrangements für Zyklus 1-2 und Sek II zu den Themen Entscheiden, Freiheit, kategorischer Imperativ, Medienethik, Naturethik und Zeit.
Fachstelle Philosophieren mit Kindern PH FHNW didaktisierte Impulsgeschichten zu den Themen «Mensch und Tier» und «Mensch und Technik».
IdeenSets PHBern PHBern Lernarrangements zu folgenden Themen: «Ich mit dir und ihr mit uns» (Zyklus 1), «Ausgegrenzt und Weggesperrt» (Zyklus 2, 3, Sek II), «Vielfalt begegnen» (Zyklus 3), «Flucht und Asyl» (Zyklus 3, Sek II).
PUMa Goethe-Universität Frankfurt Lernarrangements für Zyklus 2, 3 und Sek II, u. a. zu Schuld und Strafe, Medizinethik, Selbst und Welt, Mensch-Natur-Technik. Zu praktisch allen Lehrplan-Inhalten sind zudem Materialsammlungen greifbar.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
BR2 radioWissen Ethik und Philosophie Bayerischer Rundfunk Lernarrangements zu einer Vielzahl von ethischen Themen auf der Grundlage von Radiosendungen für Zyklus 3 und Sek II.
Ö1 macht Schule ORF in Kooperation mit der PH Wien und dem Bundesministerium Bildung, Wissenschaft und Forschung Vielzahl von didaktisierten Rundfunksendungen mit Begleitmaterialien zu ethischen Themen für Zyklus 3 und Sek II.
Planet Schule. Wissenspool zum Fach Ethik Südwestrundfunk (SWR) und Westdeutscher Rundfunk (WDR) Lernarrangements für Zyklus 3 und Sek II zu ethischen Themen wie z. B. Cyborgs, Flucht, Ich und die anderen, Konfliktlösung, Krankheit, Genetik, Organspende, Schwangerschaftsabbruch, Tierhaltung.
SRF myschool: Gesellschaft, Ethik, Religion SRF Schweizer Radio und Fernsehen Eine Sammlung von teilweise didaktisierten Sendungen zu Themen wie z. B. Drogen, Fleischkonsum, Identität, Freundschaft, Geschlechterrollen, Liebe, Nachhaltigkeit, Menschlichkeit, Migration oder Suizid.
SRF myschool: Filosofix SRF Schweizer Radio und Fernsehen Videos mit didaktischen Begleitmaterialien: Dreizehnteilige Serie u. a. zu Fleischkonsum, Gerechtigkeit, Liebe und Autonomie, moralischer Verpflichtung, Solidarität, Trolley-Problem.
SRF myschool: Nachdänker SRF Schweizer Radio und Fernsehen Fünfteilige Videoserie zu lebensnahen ethischen Theman wie Foodwaste, Schluss machen per Chat und perfektes Leben (Sek II). Inklusive didaktische Begleitmaterialien.
HR WissenPlus Hessischer Rundfunk u. a. Serie mit Begleitmaterialien für den Unterricht «Engel fragt …» und Serie «95 neue Thesen»
Privat
Blog «Philosophie und Ethik» Frank Zinecker Lernarrangements für die Sek II zu den Themen Freiheit, Hacking, Moral, Organspende u. a.
kurz & gut. Kurzfilme für die Schule Matthias Kuhl Für den Einsatz im Unterricht aufbereitete Kurzfilme z. B. zu Freundschaft, Gerechtigkeit, Migration, Sinn des Lebens, Tierethik, Tod, Zusammenleben.
Stiftung
éducation21. Bildung für Nachhaltige Entwicklung Stiftung éducation21 Lernarrangements für alle Zyklen und Sek II z. B. zu Kinderrechten, Konsum, Klimaschutz, Migration oder Rassismus.
Stiftung Weltethos Stiftung Weltethos in Zusammenarbeit mit der PH St. Gallen Lernarrangements für alle Zyklen zu Freundschaft, Lüge und Wahrheit, Menschenrechte, Sterbehilfe, Vielfalt und Zusammenleben.
Verein
erg.ch – Materialien zum Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft Verein ethik-religionen-gemeinschaft.ch Lernarrangements zu den Themen Philosophieren, Dilemmadiskussionen, Rolle und Geschlecht, Empathie.
philosophie.ch – Swiss Portal for Philosophy Verein Philosophie.ch Onlinelernkurs Ethik, Themendossiers zu vielen ethischen Themen wie z. B. Liebe, Gemeinschaft, Mensch, Zukunft, Grundeinkommen, Menschenwürde, gutes Leben, Macht, digitale Welt, Rauschmittel, Gleichberechtigung, Sterbehilfe, Migration, Individualismus, Wirtschaftsethik, Umwelt, Generationengerechtigkeit.
Serlo. Die freie Lernplattform Verein Serlo Education e. V. Lernarrangements zu folgenden Themen: «Textilien und Mode» (Nachhaltigkeit) (Zyklus 3, Sek II), «Smartphone oder Schrottphone? Globalisierung verstehen» (Zyklus 3, Sek II), «Datensammlung und Big Data» (Sek II).
Unterrichtsmaterial.ch Verein bildungsplattformen.ch Austauschplattform mit Arbeitsblättern und anderen Materialien von Lehrpersonen. Für alle Zyklen und Sek II. Registrierung notwendig.
ZUM Grundschullernportal Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. Lernarrangement zu Kinderrechten (Zyklus 1 und 2).
ZUM Unterrichten Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. Die Ethik-Seite von ZUM-Unterrichten bietet für Zyklus 3 und Sek II eine Fülle von Lernarrangements z. B. zu Glück, Altern und Tod, Freiheit, Kinderrechte, Konsum, Tierethik etc.

Datenbanken und Suchmaschinen für Materialien

Empfehlenswert ist Elixier, die Datenbank für Bildungsmedien des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation: www.bildungsserver.de/elixier. Elixier stellt redaktionell geprüfte Materialien zur Verfügung und bezieht ihre Inhalte vorrangig aus den Landesbildungsservern, dem deutschen Bildungsserver und dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU). Für «Ethik» und «Ethikunterricht» liefert Elixier viele Treffer. Folgende weitere Datenbanken und OER-Suchmaschinen enthalten ebenfalls eine grössere Auswahl an Materialien für den Ethikunterricht, wobei sich die drei erstgenannten Schweizer Portale in ihren Einträgen teilweise überschneiden:

  • Auf biblio.educa.ch stellen kantonale Bildungsbehörden, pädagogische Hochschule und gemeinnützige Organisationen eine Datenbank mit grösstenteils freien Materialien zur Verfügung, die sich u. a. nach den Kompetenzen des Lehrplan 21 durchsuchen lässt.
  • Die Bildungsdirektorenkonferenz Zentralschweiz (BKZ) bietet in Kooperation mit pädagogischen Hochschulen auf Zebis www.zebis.ch/unterricht/erg eine grosse Sammlung von Lernarrangements für die Zyklen 1–3 zu ethischen Themen an. Die Lernarrangements stammen von verschiedenen Bildungsprojekten und Anbietern wie z. B. pädagogischen Hochschulen, éducation21, SRF mySchool oder Schweizer Museen.
  • Die Digitale Schulbibliothek St. Gallen des Medienverbunds der PH St. Gallen dsb-sg.ch kann man ebenfalls nach einzelnen Kompetenzen des Lehrplan 21 durchsuchen.
  • Das Comenius-Institut e. V. betreibt mit seinem virtuellen religionspädagogischen Institut auf material.rpi-virtuell.de einen Materialpool, der nicht nur zu religionsbezogenen sondern auch ethischen Themen inhaltlich geprüfte Materialsammlungen verschiedener Anbieter bereitstellt (z. B. Bioethik, Klimawandel, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Rassismus).
  • OERhörnchen ist eine Such-Website mit nützlichen Hinweisen zu Anbietern von offenen Unterrichtsmaterialien. Die OER-Suche läuft hier über die erweiterte Suche von Google: oerhoernchen.de

Freie, unter einer Creative-Commons-Lizenz publizierte Inhalte, d. i. nicht ausschliesslich bildungsbezogene Inhalte, können auch über search.creativecommons.org oder z. B. über die erweiterte Suche von Google gesucht werden, indem in der Rubrik «Nutzungsrechte» nach verschiedenen CC-Lizenzen gefiltert wird.

Fazit

Obwohl die Suche nach hochwertigen und relevanten Online-Materialien zeitintensiv sein kann, lohnt sich der Aufwand aus verschiedenen Gründen. Lehrpersonen sind Expertinnen bzw. Experten ihres Fachs. Diese Expertise soll zum Tragen kommen, indem sie über das Lehrmittelangebot hinaus entscheiden, mit welchen Inhalten sie an den vorgegebenen Kompetenzen arbeiten. Weiter kann durch den Einsatz qualitativ hochstehender Online-Materialien der Unterricht verbessert werden – sofern aus der grossen Menge begrenzt brauchbaren Materials die Perlen herausgefischt werden. Schliesslich gibt es auch einen fachinhärenten Grund für die Beschäftigung mit digital frei verfügbarem Unterrichtsmaterial: Ethik lebt von aktuellen Diskussionen, aber Lehrmittel durchlaufen einen langen Entwicklungsprozess und können nicht in gleicher Weise auf kurzlebige Debatten oder tagespolitische Themen reagieren, wie dies mit freien Online-Materialien möglich ist. Kurz, die Rezeption und Verwendung von digital verfügbaren Unterrichtsmaterialien sollte zum Selbstverständnis jeder Ethik-Lehrperson gehören.

Literatur

Deutsche Unesco-Kommission (2019): UNESCO-Empfehlung zu Open Educational Resources (OER), www.unesco.de/sites/default/files/2019-11/UNESCO%20Empfehlung%20zu%20OER.pdf (Zugriff am 09.08.2020).
Döbeli Honegger, Beat / Hielscher, Michael / Hartmann, Werner (2018): Lehrmittel in einer digitalen Welt. Expertenbericht im Auftrag der Interkantonalen Lehrmittelzentrale (ilz), Online: www.ilz.ch/cms/index.php/dienstleistungen/publikationen#digitale-transformation (Zugriff am 09.08.2020).
Fahrer, Sigrid (o. J.): Didaktik von OER, open-educational-resources.de/dossierseite/?praxis=&bereich=&querschnittsthema=didaktik (Zugriff am 09.08.2020).
Frost, Birgit / Hirsch, Nele (2018): Drei Checklisten zur Qualitätsbestimmung und -entwicklung von OER. www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/262714/drei-checklisten-zur-qualitaetsbestimmung-und-entwicklung-von-oer (Zugriff am 09.08.2020).
Matthes, Eva / Heiland, Thomas / von Proff, Alexandra (2019): Open Educational Resources (OER) im Lichte des Augsburger Analyse- und Evaluationsrasters (AAER), Bad Heilbrunn.
Matthes, Eva /von Proff, Alexandra / Schenk, Paul (2019): OER und Schule – Kritische Analyse des Forschungsstandes und Anstösse zur grundlegenden Reflexion. In: Matthes, Eva / Heiland, Thomas / von Proff, Alexandra (2019): Open Educational Resources (OER) im Lichte des Augsburger Analyse- und Evaluationsrasters (AAER), Bad Heilbrunn, S. 17–34.
Muuss-Merholz, Jöran (2018): Freie Unterrichtsmaterialien finden, rechtssicher einsetzen, selbst machen und teilen, Weinheim/Basel.
Muuss-Merholz, Jöran (2019): Qualität ist nicht alles. Wann hohe Anforderungen an OER kontraproduktiv werden, open-educational-resources.de/qualitaet-ist-nicht-alles-wann-hohe-anforderungen-an-oer-kontraproduktiv-werden/ (Zugriff am 09.08.2020).
PHBern (2019): IdeenSet-Charta, www.phbern.ch/sites/default/files/2019-10/20191007_Charta_IdeenSet_CC_IWM.pdf (Zugriff am 09.08.2020).
Unesco (2012): Pariser Erklärung zu OER. In: Deutsche Unesco-Kommission (2013): Was sind Open Educational Resources? Bonn. www.unesco.de/sites/default/files/2018-04/Was_sind_OER__cc.pdf (Zugriff am 09.08.2020).
Wiley, David (o. J.): Defining the «Open» in Open Content and Open Educational Resources, www.opencontent.org/definition(Zugriff am 09.08.2020).

Anmerkungen

[2] z. B. www.bpb.de/228237/philosophieren-mit-kindern (Zugriff am 09.08.2020)
[3] Die Begriffe «digital verfügbare Materialien» und «Online-Materialien» werden hier synonym verwendet und sagen nur etwas über den medialen Kanal aus, über den die Materialien greifbar sind.
[4] Vgl. hierzu z. B. den ILZ-Bericht (Döbeli et al. 2018) und die im November 2019 von den Mitgliedstaaten angenommene Unesco-Empfehlung zu OER (Unesco 2019).
[5] Für eine Einführung in die Creative-Commons-Lizenzen vgl. creativecommons.org/licenses (Zugriff 09.08.2020) und Muuss-Merholz 2018, S. 58–70.
[6] Die deutsche Übersetzung der fünf Freiheiten stammt von Muuss-Merholz (2018, S. 42–43), im englischen Original lauten die so genannten 5R: retain, revise, remix, reuse und redistribute.
[7] Die Unesco-Definition von 2019 lautet: «Open Educational Resources (OER) sind Lern-, Lehr- und Forschungsmaterialien, in jedem Format und Medium, die gemeinfrei sind oder urheberrechtlich geschützt und unter einer offenen Lizenz veröffentlicht sind, wodurch kostenloser Zugang, Weiterverwendung, Nutzung zu beliebigen Zwecken, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Andere erlaubt wird.» (Unesco 2019, S. 4).
[8] Vgl. dazu Deutsche Unesco-Kommission 2019, insbesondere die Paragrafen 3, 6, 7 und 13.
[9] Muuss-Merholz (2018) betont diesen Aspekt des use and remix in besonderem Masse.
[10] Für einen Überblick über die OER-Didaktik vgl. Fahrer (o. J.). Für zwei gegensätzliche Grundsatzkritiken zur Qualität von OER vgl. einerseits Matthes, von Proff und Schenk (2019), andererseits Muuss-Merholz (2019).
Artikelnachweis
Mercolli, Laura (2020): Online-Materialien für den Ethikunterricht. Eine Übersicht über kostenlos verfügbare Lehr-Lernmaterialien für das Fach Ethik, in: erg.ch – Materialien für das Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Online-Publikation), www.ethik-religionen-gemeinschaft.ch/mercolli-online-materialien-fuer-den-ethikunterricht/